Sonntag, 7. Juni 2015

Neuerungen zu den in den Büchlein beschriebenen Steigen

Seite 86-89 vom 2. Büchlein:
a) Der durch Windwürfe praktisch unbegehbar gewordene Steig über den Neiger wurde freigeschnitten
b) Die von mir vermutete Verbindung gibt es tatsächlich. Wenn  der M.E.-Steig (im Aufstieg) oberhalb der Felsen bzw. der Steilstufen nach Osten die Hänge zu queren beginnt   kann man über eine Schneise, später über anspruchsvolles Karst-Karrengelände in verzwickter Wegführung (Dauben, Steinmänner, fast weglos, anstrengend, Orientierungsgabe erforderlich) zum Gipfel gelangen.
Seite 91 vom 2. Büchlein:
Von einer Leserin wurde mir zugetragen das nach dem Zaunübertritt ebenfalls viele umgeworfene Bäume liegen. Mittlerweile wurde der Steiganfang im Bayernatlas nach Norden vorverlegt, beginnt hier schon vor der Wiese. Vielleicht lässt sich so der Windwurf umgehen.
Breitenstein Nordostanstieg aus dem 1. Büchlein:
Ist in der Neuauflage aktualisiert worden

Mittwoch, 6. Mai 2015

Impressionen Gamsbergsteig/ Kaisertal

Dieser Steig ist in der AV-Karte "Kaisergebirge" verzeichnet und verläuft auf der Nordseite des Gamskogels, dem Gamsberg, von der Dickichtkapelle zur ehem. Holztriftklause. Er wurde schon einmal auf Hikr.org beschrieben. Dieser Beschreibung gibt es egtl. nicht viel hinzuzufügen, außer vllt. das ich nicht vorschlagen würde, ihn zurück nach Kufstein zu gehen, schon andersrum. Die Schlüsselstelle ist aber tatsächlich das Jägertal, der Steig ist hier ausgespühlt und weggerutscht, zudem ist der Abstieg äußerst ausgesetzt. T5? T6? So genau kann ich es nicht beurteilen, zumal ja nach jedem Starkregen die Sache wieder anders ausschaut. In jedem Fall ist die Begehung des Steiges auf eigenen Gefahr und es muss jeder selbst wissen ob er sich das zutraut... Der Steig ist wesentlich länger als der übliche Kaisertalweg und taugt keinesfalls als "ruhige Alternative", wenn man später noch auf einen Gipfel will... Die Fotos sind jetzt nichts besonderes, aber sie geben einen weiteren Eindruck, so richtig kann man die tolle Landschaft auf den Fotos nicht wiedergeben..

 Blick hinüber zum Pfandlhof, in die Zivilisation:

Mittwoch, 18. März 2015

Steckbrief Sternplatte


Etwa ein- bis zweimal pro Winter geh' ich auf die Sternplatte, einem der nördlichsten Vorposten der Wendelsteingrupppe. Dieser Gipfel ist im Sommer recht unattraktiv, das ganze Gebiet besteht größtenteils aus dichten Fichtenmonokulturen, Steige gibt es fast nicht, nur Forststraßen. Im Winter jedoch, wenn eine dicke Schneeschicht dies alles verdeckt, dann hat die Landschaft & damit eine Tour dort hinauf durchaus ihre Reize. Der Gipfelbereich wurde vor einigen Jahren abgeholzt, deshalb hat man hier einen ungehinderten Blick nach Norden und Osten, die Sicht reicht bei klaren Tagen von München bis zu den Berchtesgadener Alpen. Der Rest ist durch hohe Bäume versperrt. Die Sternplatte eignet sich als kurze Schneeschuh- bzw. Skitour über die auch im Winter bewirtschaftete Tregleralm oberhalb von Bad Feilnbach. Oft ist auch eine Spur vorhanden.  Auch vom Jenbachtal her ist eine Besteigung möglich. Eine Kombination mit dem Schwarzenberg oder dem weiter südlich gelegenen Eibelkopf (beides Kammwanderungen) steht ebenfalls nicht im Wege.  Oben war ich bisher immer alleine.

Dienstag, 17. März 2015

Damit die Winterraum/ Biwakschachtel Übernachtung nicht zur Tortur wird

Die Anzahl der Personen, die in die Berge gehen nimmt zu, das ist kein Geheimnis. Zu einem besonderen Erlebnis gehört sicher auch die Übernachtung im Gebirge. Einige der regulären Hütten, die zumeist nur im Sommer geöffnet haben verfügen über einen Winterraum (mal kleiner, mal größer) und es gibt kleinere Biwakschachteln und Unterstandshütten, die vor allem im Sommer genutzt werden. 

Eine Nächtigung in einem dieser Klein(st)-Refugien verpricht zunächst einmal weniger Hektik als bsp.weise ein Matrazenlager im Sommer und tatsächlich konnte man bis vor ca. 7 Jahren noch relativ sicher sein, den Winterraum für sich zu haben. Platzprobleme gab es keine. Das selbe galt mit Abstrichen auch für die meisten Biwakschachteln. Doch die Zeiten haben sich geändert. Natürlich passiert es auch heute noch oft genug, das man alleine ist oder nur eine geringe Anzahl Personen vorfindet. Aber wer z.B. ins Hüttenbuch der Biwakschachtel am Wildalmkirchel zwischen Steinernen Meer und Hochkönig schaut, merkt schnell, dass zu Stoßzeiten in den Sommermonaten die Schlafplätze rar werden.  Stichwort Sardinenbüchse. Auch die Laliderer Biwakschachtel im Karwendel, erbaut einst für Kletterer, ist längst kein Geheimtipp mehr und "erfreut" sich an immer mehr Tagen einer Überbelegung von Wanderern. 

Montag, 24. November 2014

Videotipp: Grüss Gott, Gams

Dieser Film lief schon mal vor ein paar Jahren im Fernsehen und wurde auch prämiert. Zu Recht, wie ich finde - Es ist der beste, mir bekannte Film zum Thema Wilderei vs. Jagd. Alle Seiten werden beleuchtet und kommen auch zu Wort (Wilderer/ Jäger/ Staat/ Gesellschaft). Viel Spass beim Anschauen:
Grüss Gott, Gams - Felix und die Wildschützen der Alpen from Codoc on Vimeo.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Warum manche Berge "außen vor" bleiben: Beispiel Kleinkaiserl

Meine letzte Bergtour führte mich ins Herz des Wilden Kaisers, auf das Kleinkaiserl (Bildmitte), welches nur selten besucht wird. Es ist kein unbeschriebenes Blatt, kein super Geheimtipp, Beschreibungen der Anstiegswege finden sich im gedruckten  AV-Führer Kaisergebirge* ebenso wie im Internet. Und der Normalweg ist jetzt auch nicht soo schwer, allerdings muss man ihn auch wieder herunter. Warum also wird das Kleinkaiserl wohl weiter sein Schattendasein fristen?

Donnerstag, 11. September 2014

Büchlein Nr.2 ist aus! + Fotos Zwillingswand & Co

Das gedruckte Abseits Aufwärts Nr.2 Büchlein ist aus - Vielen Dank für's Interesse! 
Nachfolgend gibt es ein paar Fotos zur Zwillings-,  Breit- und Spitzwand auf der Südseite der Chiemgauer Hochplatte. Alle drei Gipfel selbst sind nur äußerst anspruchsvoll zu erreichen.  Ein Zugang ist in AA#1 beschrieben. Um die Gipfel herum wurde in letzter Zeit recht viel abgeholzt und es sind auch neue Forststraßen entstanden. Zuallererst ein Übersichtsfoto:

Sonntag, 31. August 2014

Steigsuche am Heuberg oberhalb Geitau (Mangfallgebirge)

Vor ca. 6 Jahren, als ich die Miesing Überschreitung machte, traf ich  am Ostkamm des Dürrmiesings einen einheimischer Bergsteiger,  der weglos aus dem Krottentaler Graben das Tal zwischen Steilenberg und Dürrmiesing hinaufgekommen ist (Latschenkampf/leichte Kletterei). Er erzählte mir dann auch, dass es auf der gegenüberliegenden Talseite ein paar Steigerl gäbe... Vor ein paar Monaten ist mir diese Unterhaltung wieder eingefallen und so ging es Gestern zu einer kurzen Erkundungstour. Zunächst einmal hab ich den Steig ab Mieseben über die Ostseite des Heubergs gesucht, der auch beim Landesvermessungsamt bzw. Bayern Atlas eingetragen ist.
Da das ganze Gebiet Waldweide ist, ist ein klar definierter Steig aber nicht immer auszumachen, stattdessen gibt es kreuz & quer verlaufende Kuhsteige zu Hauf, aber welcher von denen ist jetzt der in der Karte verzeichnete?  Nachher hab ich am PC festgestellt, dass ich zumindest in weiten Teilen auf dem richtigen "Weg" war. Weitergehend wollte ich die Steige auskundschaften, die mir das Satellitenbild auf der Südseite des Heubergs anzeigt. Die gibt es tatsächlich. Es sind Hirschwechsel, die aber so deutlich & ausgetreten sind, das sie hier auch als Pfade gelten können. Ich hatte dann am Kamm das seltene Glück ein Prachtexemplar mit großem Geweih dieser allgemein sehr scheuen Tiere aus nächster Nähe beobachten zu dürfen. Allerdings begann es jetzt etwas stärker zu regnen, die Südhänge sind recht steil, der Untergrund zunehmend rutschig - Also besser Umkehr. Die sicher als ausmachbaren Hirschwechsel hab ich bei OSM (OpenStreet Map) eingetragen, allerdings nicht als Weg, sondern als einfache Linien, bei der angehängten Skizze entsprechen die gelben Punkte in etwa dem Wegverlauf im Bayernviewer.  http://geo.dianacht.de/topo/

Mittwoch, 25. Juni 2014

Fotovideo - Durchs östliche Hagengebirge


Eigentlich wollte ich dieses Fotovideo direkt im Blog hochladen - Klappte aber nicht, deshalb jetzt in einer Youtube Version. Das Video ist das erste was ich erstellt habe, noch dazu mit einem simplen Programm, das nicht unbedingt macht was man eingibt. Die Fotos kommen leider in zu schneller Abfolge - Ich hoffe trotzdem, das es sehenswert ist. Die vielen Murmeltiere, die es auf dieser Route gibt, waren leider alle zu schnell für die Kamera - oder ich zu wenig geduldig...

Samstag, 24. Mai 2014

Auf der Suche nach der ehemaligen Kogleralm und dem oberen Wetterloch

So schaut es aus, das obere Wetterloch unterhalb der Kasererwand im Wendelsteingebiet, das in ziemlich jeder Karte verzeichnet ist, und in das der Sage nach eine Kuh geplumst sein soll. Wenig spektakulär eigentlich, aber es geht schon ziemlich weit runter. Von oben kommt man nur äußerst mühsam zum Loch, denn es versperren dichte Latschen und Felsen den Weg. Einzig vernünftig ist der Anstieg über die verfallene Kogleralm und das Koglerkar. Nachfolgend ein paar Bilder der Tour:

Montag, 5. Mai 2014

Kreuzturm im Archtal

Letztes Wochenende hab' ich zusammen mit Freunden eine kleine Runde im nördlichen Estergebirge gedreht. Zuerst wie in Abseits-Aufwärts #1 beschrieben von Eschenlohe  auf den Zwölferkopf,  runter dann über einen spannenden, verwachsenen & tw. auch abgerutschten, also nicht ungefährlichen Steig ins mittlere Archtal und zurück nach Eschenlohe. Dabei fesselt einem immer wieder die 1349 Meter hohe Felsformation des Kreuturms. Schaut der Hauptgipfel mit großem Kreuz (Nomen est Omen) schon verschärft aus, so steht noch ein kleineres Kreuz auf einer unersteigbar scheinenden, überhängenden Felsnadel. Der Zustieg aus dem Archtal ist wohl Steilgras- und Latschengelände. Leider hab' ich bis jetzt keinerlei Schwierigkeitsangaben für das Gipfelwandl  gefunden.  Im Hintergrund der frisch überzuckerte Grat Zundereck - Archtalkopf.

Montag, 14. April 2014

Erfreuliche Neuerungen zu alten bzw. kleineren Steigen im Königsseegebiet
























  
"(...) Die Nationalparkverwaltung hat mit dem Luchspfad angefangen „alte Kulturgüter“ zu erhalten. Mit dem Oberen Hirschenlauf wurde ein weiterer alter Treibersteig erhalten. Diese neuen Seile halten bestimmt wieder über einige Jahrzehnte. Lenz Köppl hat eine Liste mit 22 Steigen angelegt, Steige der Kategorie B/C. Hierbei handelt es sich um Steige mit Kunstbauten, die nicht im offiziellen Wegenetz sind, aber erhaltenswürdig sind. Vereinsmitglieder begehen diese Steige jährlich um Seile und Haken zu überprüfen. So habe ich heuer den Jakobsteig begutachtet. Beste Orientierung bieten die umfangreichen Beschilderungstafeln an den Streifenwegen rund um den Kehlstein. Auch der neue Anmarschweg zum Landlerwald hat sich recht gut bewährt.(...) "

Entnommen aus dem Jahresbericht 2013 der DAV-Sektion Berchtesgaden. Hier ein Link zum PDF Auf den Seiten 54-56 befindet sich zudem ein interessanter Tourenbericht "Auf den Spuren der Almnomaden“  
Frühsommerbild: Blick vom Perlsteig (siehe AA#2) hinab zum Obersee.

Dienstag, 1. April 2014

Donnerstag, 23. Januar 2014

Wanderungen durch die Moore zwischen Rosenheim/ Bad Aibling und Alpenrand

Einen schönen Beitrag des BR hab' ich unlängst bei YT entdeckt:
Für Roberge.de habe ich vor längerer Zeit zwei Fahrrad- bzw. Wanderrouten in diesem Gebiet beschrieben, sie wurden dann von Reinhard Rolle noch aktualisiert, da in der Filzen, durch die Wiedervernässung der Wegezustand immer aktuellen Veränderungen unterworfen ist. Zum einen eine sumpfige, und auch etwas beschwerliche (Schiebestrecke!) Radtour ins Herz der Filzen, die hier zu finden ist, zum Anderen eine kleine Wanderrunde bei Nicklheim, die man gut mit den neugebauten Moorerlebnispfaden verbinden kann. 

Dienstag, 7. Januar 2014

Sammlung alter topographischer Karten aus Bayern

Hier jetzt eine, zugegeben unvollständige, Linkliste von alten bayr. Karten für das Abseits-Aufwärts Gebiet. Sie stammen alle ungefähr von ca. 1900 und unterscheiden sich teils erheblich voneinander, was die Anzahl der verzeichneten Steige betrifft. Für die österreichischen Gebiete hab' ich leider nichts derartiges finden können. Man beachte das Steige früher in erster Linie zu alm- und forstwirtschaftlichen Zwecken gebaut wurden, sowie für die Jagd. Sie queren deshalb auch meist die Hänge anstatt zum nächsten Gipfel zu führen.  Also - Wer wissen will wie's früher einmal in unseren Hausbergen ausgesehen hat, wer alte Almen und Steige (wieder)entdecken will, dem hilfst diese Sammlung vielleicht weiter  - Viel Spass damit...

Berchtesgadener Land:
Berchtesgaden 
Dürrnberg 
Funtensee/ Kahlersberg
Hochkalter
Hoher Göll
Reiteralm
Schellenberg
St. Bartholomae
Teufelshörner
Untersberg

Chiemgauer Alpen:
Bad Reichenhall
Bergen
Brannenburg
Dürrnbachhorn
Inzell 
Melleck
Neubeuern 
Nieder-Aschau
Oberteisendorf
Rohrdorf
Sachrang
Schleching
Sonntagshorn
Übersee
Unterwössen
Winkelmoos

Mangfallgebirge: 
Bad Tölz - Süd
Bayrischzell-Ost 
Bayrischzell-West
Fischbachau
Kreuth
Oberaudorf
Schliersee
Tegernsee
Valepp

Bayr. Voralpen West/ Estergebirge:
Eschenlohe
Hohen Peissenberg 
Jachenau 
Kochel
Walchensee
Wallgau

Karwendel: 
Karwendelspitz 
Mittenwald 
Riss
Scharnitz


Wetterstein: 
Dreithorspitz
Eibsee 
Garmisch
Zugspitz

Ammergauer: 
Ettal
Graswang/ Linderhof
Hochplatte 
Oberammergau
Unterammergau

Sonntag, 17. November 2013

Gschwandtpfeiler über dem Nebelmeer - 16. Nov. 2013

Vom Aufnahmestandort schaut er ziemlich klein aus (Bildmitte), von etwas weiter unten, vom Gschwandt, baut er sich dagegen mächtig auf  Die im Abseits Aufwärts #2 beschriebenen Anstiege verlaufen über die andere, hier nicht sichtbare Seite. Mir ist aufgefallen, das in der Steilwand gleich 2 (!) Kletterseile hängen, zumindest eines hätte man von oben kommend leicht erreicht. Warum auch immer die hängengelassen wurden.(???)..... Im Hintergrund die Chiemgauer Berge und rechts hinten die Berchtesgadener.
AKTUELLES: Im oberen Teil des Klettersteigs ist jetzt ein Kletterseil angebracht worden. 

Montag, 4. November 2013

Rezension: Teufelshorn - Holzhammer ermittelt - Ein Alpenkrimi [Fredrika Gers]

Dieses Buch hab ich im Tausch gegen mein Büchlein erhalten. Ich sollte vielleicht vorausschicken dass ich eigentlich kein großartiger Krimifan bin und es ansonsten wohl nie in die Hände bekommen hätte. Das Coverbild ist zudem auch ned so meins und hätte mich wohl eher abgeschreckt. Fällt aber fast schon unter die Kategorie "trashig" (im positiven Sinn), aber eben nur fast. Fredrika oder kurz "Ika" Gers, die auch hinter der Seite bgl-portal.de steckt,  ist passionierte Bergsteigerin  mit Faible  für unbekanntere Routen und dass wird auch in ihrem Teufelshorn-Krimi verwurschtelt, aber dazu später mehr...
Das Buch ist tatsächlich zunächst einmal ein klassischer Krimi mit Alpenkulisse: Bergunfall - Ein Toter - Polizei ermittelt. Der Fall, natürlich war es kein Unfall,  ist am Ende, wie nicht anders zu erwarten, gelöst.  Gegliedert ist der Krimi in ein paar Erzählstränge die sich jeweils um die Hauptprotagonisten drehen und bis zum Ende der Geschichte fortgeführt werden. Als da wären: Zunächst der Held des Buches, der "Bulle von Berchtesgaden" - Nein, nicht ganz, aber es geht schon in die Richtung - Hauptwachtmeister Franz Holzhammer. Ein behäbiger, bayrisch-gemütlicher Genussmensch, der's aber dann doch faustdick hinter den Ohren hat. Daneben seine Frau, ein resolutes "Ratschkatl" mit Sinn für Ehrenamt. Beide Charaktäre machen einfach Spass. Neben den Holzhammers spielt ein weiteres Paar eine tragende Rolle: Christine & Mathias. Und da kommt die Autorin selbst ins Spiel: Die Person Christine ist nämlich - wie unschwer zu erkennen ist - in weiten Teilen autobiographisch. Eine "Zuagroaste" aus Hamburg, die ins BGL zieht und zur ambitionierten Bergsportlerin wird, wie eben Frederika Gers auch. Das ist ihre ganz persönliche Geschichte im Krimi, die aber, das wäre jetzt mein Kritikpunkt, auf den Rest der Geschichte etwas zu detailverliebt und teilweise zwanghaft aufgesetzt bzw. "hingebastelt" [bayr.] erscheint. Mathias, der Lebensgefährte von Christine, ist dann ein etwas sonderbar zusammengesetzter Charakter: Banker, Buddhist und Biker. Ist das dieses neue, brave, schwarz-grüne Bürgertum? Wie auch immer, zusammen helfen sie jedenfalls dem mit Mathias verwandten Hauptwachmeister zur Lösung des Falles. Die anderen verwickelten Personen sind im Prinzip die Lokalprominenz der Gegend: Bürgermeister, Seilbahnbetreiber und Sportfunktionäre, auch die Bergwacht ist vertreten. Es geht im Großen und Ganzen - nicht weiter verwunderlich - um Interessen und Intrigen. Und irgendwie kennt natürlich Jeder - zumindest über Umwege - Jeden. Es soll hier aber nicht die ganze Story verraten werden, bis auf ein paar Hänger in der ersten Hälfte des Buches liest sich die Geschichte dann doch erstaunlich flüssig. Das Buch hat seine Stärken aber für mich besonders dann, wenn es um die Banalitäten des Alltags geht, z.B. wenn Holzhammers neues "Haustier", der Mähroboter, beschrieben wird. Ganz nebenbei erfährt man z.B. an der Figur Stranek, was die Autorin an Männern alles nicht so mag und durch das ganze Buch hindurch so allerhand über das Berchtesgadener Land - mehr vielleicht und vor allem andere Sachen als im Reiseführer.  Leider kenn' ich halt die meisten Anekdoten & G'schichteln schon, vom tückisch-mörderischen Jennersumpf bis zu den bedrohten Borkenkäfern ist wirklich alles vertreten. Aber manches war selbst mir neu. Es wird die ein oder andere Spitze gesetzt aber im Allgemeinen geht man nicht zu hart mit der neuen Heimat ins Gericht. Fazit: Wer gern auf Berge steigt und auf nicht allzu schwere bzw. böse Krimi-Kost steht, macht hier eigentlich nichts verkehrt. Erschienen im Rowohlt Taschenbuchverlag und kostet ca. 9€.


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Wildfalle Kesselboden / Ursprungtal

Vom Tiroler Kesselboden, einem idyllischen Seitental des Ursprungstales, südlich von Bayrischzell gelegen, hört man wenig. Im schon etwas älteren AV-Führer Bayrische Voralpen Ost von Zimmermann heißt es dazu sogar:  "Das wohl einsamste Gebiet des ganzen Führers".  Das trifft aber nur teilweise zu. Sicher, außer ein paar Mountainbikern, die aus der Klooaschau zum Brunnerköpfl hinüberradln (Tiroler Seite offiziell gesperrt für Radler), oder ein paar wenigen Spaziergängern, die vielleicht bis zur Bleieralm wandern, verirrt sich kaum jemand hierher. Offiziell führt ja auch kein Weg aus dem Talgrund hinaus, außer die vorher erwähnte lange Forststraße in die Klooaschau.